View Full Version : Böser Bass
E.SoX
06-28-2011, 09:39 AM
Hi zusammen.
Ich habe folgendes Problem:
Ich bastel mir einen Track zusammen. Die Quellen sind unterschiedlich, mal Samples, mal VST.
Im Mixdown klingts in Reaper angemessen dafür, dass ich (noch) meinen 0815- Onboard-Soundchip nutze und nichts vernüftiges ;)
Habe ich den Export und konvertiere ihn in MP3 unterhalb von 192kbps kommt es des öfteren zu derben Artefakten und Verzerrungen im Bassbereich.
Als Alternative bleibt mir da eigentlich nur noch den Bassanteil zu verringern .. aber dann fehlt es bei einigen Songs einfach an Dynamik.
Gibt es, abgesehen von den eigenen Erfahrungswerten, irgendwo eine Liste mit Frequenzbereichen, die man vielleicht im Mixdown limitieren sollte, damit solchen Problemchen vorgebeugt wird? Der ReaFir eignet sich hervorragend dafür, wenn ich nur wüsste was gekappt werden muss ...
Danke schonmal und Grüße
E.SoX
SoulOne82
06-28-2011, 09:42 AM
du solltest auf jeden fall genug headroom lassen, wenn du nach mp3 konvertierst. ich habe mit -0,8db gute erfahrungen gemacht.
ein guter mix lässt sich (ein guter codec vorausgesetzt. empfehle den lame codec) sauber nach mp3 konvertieren; da muss man keine frequenzen "limitieren"
beingmf
06-28-2011, 09:49 AM
Da stimmt was anderes nicht. Wenn Du den Mix als Wav auf CD brennst und im Auto/in der Küche anhörst: wie klingt er dort?
(Aber rein interessehalber, probier mal sowas: )
http://www.bilderkiste.org/show/original/2130927976384/ReaFirComp.JPG (http://www.bilderkiste.org/show/details/2130927976384/ReaFirComp.JPG.html)
E.SoX
06-28-2011, 11:12 AM
Danke für die Tipps.
@SoulOne82 Headroom lasse ich meist mehr als es sollte ... teilweise bis zu -3db, das dürfte es also nicht sein.
Was die Konvertierung angeht. Da hatte ich vergessen zu schreiben, dass es sich dabei um die automatische Konvertierung bei Youtube handelt. Also habe ich wenig einfluss was Codec angeht. Kann halt nur etwas leiser hochladen und nach Möglichkeit versuchen problematische Frequenzen auszuschließen.
@beingmf
CD brennen und an unterschiedlichen Orten abspielen ... ja bin ich bei :D ein langer Weg um seine persöhnlichen Geschmack da rein zu bringen.
Mein Ziel ist es im Augenblick für Youtube möglichst viel Bass ins Spiel zu bringen, ohne das es verzerrt.
Also habe ich das mit dem ReaFir als Comp mal versucht und siehe da: es klappt :) Ab 50Hz abwärts wurde es schon hörbar besser. Dann habe ich ab 70Hz angesetzt, dort lag bei dem Song der Maxpegel meiner Bassdrum.
Der ReaFir ist nur im Master gleich vor dem Limiter und hinter dem EQ geschaltet. Also wäre noch viel mehr rauszuholen wenn er im CC der Bassdrum und der Bassline liegen würde.
Ich habe das Beispiel mal versteckt hochgeladen. Ich denke mal, es könnte auch andere interessieren, die vor einem ähnlichem Problem stehen:
http://www.youtube.com/watch?v=T0qaXo3D-dY
Ich denke auch mal, dass mein verwendes Knistern eine zusätzliche Problemzone für den YT-Konverter darstellt.
hrmm hätte ich das eher gewusst ... nää bin froh es jetzt zu wissen :)
Grüße
ESoX
Floyd
06-28-2011, 11:29 AM
Hi,
habe das gerade gelesen und bin über ReaFir gestolpert... Kann zwar nichts zur Lösung Eures Problems beitragen, aber was genau macht ReaFir? Frequenzabhängiges limiting oder so?
beingmf
06-28-2011, 11:49 AM
Ja genau. Welcher zeitliche Parameter zur Dynamikbearbeitung da ins Spiel kommt, weiss ich ehrlich gesagt auch nicht, aber ich denke mal, dass es schlichtweg das FFT-Fenster ist. (Frage an die Cracks: ist das relativ zur Sampling-Rate? Wahrscheinlich schon, oder?)
Obergeiles Tool, ich benütze echt nur noch das, wenn ich dezent Sub-Frequenzen in Bass und Bassdrum kontrolliert wegfiltern möchte. V.a. ist auch toll, die FFT-Auflösung zu ändern und damit jeweils komplett unterschiedlichen Sound hinzustricken!
El-Rallef
06-29-2011, 06:26 AM
Bei den tausenden von schlecht organisierten Informationsquellen zum Thema Reaper kann man schon mal was übersehen...
http://wiki.cockos.com/wiki/index.php/ReaFIR
El-Rallef
Hallo Leute, ich habe mal eine Frage. Und zwar kommt es bei mir manchmal vor, dass ich in meinen Frequenz-Analyzer bemerke, dass der Bass und die Kick an der gleichen Frequenz ihren Peak haben also den gleichen Grundton. Jetzt weiß ich nicht genau ob das gut oder eher schlecht ist oder sogar egal. Ich hab mal was davon gehört das der Bass und die Kick sich bekriegen, also um die Frequenz also richtig mit Messer und Pistolen :D. Jetzt wollte ich mal fragen was ich in so einem Fall machen soll. Kick oder Bass hoch oder runter pitchen, sodass beide nie dieselbe Grundfrequenz haben? Lowcutten? Keine Ahnung! Vielleicht ist es sogar so genau richtig, wenn beide Elemente an derselben Frequenz ihren Peak haben. Wie iss nun richtig?
beingmf
06-29-2011, 11:14 PM
Richtig ist, wenn man keinen Analyzer verwendet :)
Im Ernst: wenn sich's für Dich gut anhört – warum Analyzer? Ich kenne da auch so ein paar Kandidaten, die immer einen Analyzer in der Monitor-Chain haben. Warum? Was soll man mit den Augen besser hören als mit den Ohren?
Anderer Sachverhalt ist Mastern, aber da geht's auch eher darum, die Energieverteilung im Mix besser einschätzen zu können...
El-Rallef
06-30-2011, 03:25 AM
Obwohl ich die Bemerkung meines geschätzten Vorredners...
Was soll man mit den Augen besser hören als mit den Ohren?
voll inhaltlich unterstütze, hier noch ein kleiner Hinweis:
http://forum.cockos.com/showthread.php?t=27746
El-Rallef
Nun ja, ich benutze den Analyzer hauptsächlich um sehr tiefe Frequenzen zu entlarven, die ich gar nicht höre und besser sehe ;). Und für mich ist der Analyzer auch ein schönes Tool um Frequenzen beim EQen kennen zu lernen damit ich nicht irgendein Schwachsinn in den EQ drehe. Mir fehlen da auch die Erfahrungen und das Wissen um der Sweetspots der Instrumente (das müsste ja bei den meisten Instrumenten auch noch immer unterschiedlich sein, je nachdem in welche Tonart gespielt wird, oder?).
Nun gut, ich frage deshalb wegen dem Bass und der Kick nach, weil ich für den Bassbereich keine gute Abhörsituation zuhause habe. Ich höre fast nur mit guten Kopfhörern, da ich in einem sehr hellhörigen Appartement lebe und ich unnötigen stress mit meinen Nachbarn vermeiden will. Deshalb kann ich die Sache mit dem Bass und der Kick nicht genau einschätzen ob sich das jetzt gut anhört oder anfühlt. Ich bin in diesem Bereich auch nur sehr Amateurmäßig unterwegs. Ich hab Spaß am Komponieren (Beatmaker :D) und Mischen aber ich hab es nicht gelernt oder studiert oder so. Ich dachte mir, dass es für Bass und Kick sozusagen eine Faustregel bei den Profi-Mischern geben könnte, die ich noch nicht kenne :o . Aber ich lese aus euren Kommentaren heraus, dass es das nicht gibt und dass man es auch mit einem Frequenz-Analyzer sozusagen nicht heraus sehen kann, ob der Bassbereich nun am dröhnen ist (wenn z. B. Kick und Bass gleichzeitig bei 55Hz einen Peak haben), oder nicht. Das muss ich dann zuerst einmal hören.
An beingmf, könntest du mir das mit der Energieverteilung im Mix beim Mastern kurz erklären? Ich kann mir da gerade nichts darunter vorstellen.
Rob_4003_vt_cl
06-30-2011, 05:55 AM
http://www.youtube.com/watch?v=T0qaXo3D-dY
Es liegt, wie ich mir schon beim Deinem OP dachte, wohl eher an Deiner Abhöre. Das Beispiel auf YT ist Astrein, da Verzerrt gornix. Oder mein HD202 wird untenrum langsam bissel matschig. Ich höres dann zuhause nochmal an auf den AKGs da sollte, wenn Zerre da ist, auch zu hören sein. Glaub ich aber nicht, wie gesagt. Ich lade auch zu YT hoch, auch mit extremen Pegeln (Konzert-Livemitschitte) und hab das noch nicht gehört.
Edith: obwohl.. in den folgenden Videos sind deutliche Artefarkte zu hören.:
http://www.youtube.com/watch?v=JsFnIpMp5_U&NR=1
http://www.youtube.com/watch?v=y0d3xN29tMM&feature=related
viele Grüße,
Rob
beingmf
06-30-2011, 05:58 AM
Also: das mit dem Bassanteil, den man aus welchen Gründen auch immer nicht hören kann, ist schon OK. Gerade wenn man sehr leise abhört, dann fällt natürlich der ganz tiefe Anteil unten weg. Dann hilft es tatsächlich, besonders bei Mikrofonaufnahmen, mal nachzuschauen, ob und wo das Gerumpel ist.
Ansonsten gibt es für den Bassbereich ungefähr soviel Ansätze, wie es Menschen vorm Mischpult (heutige Lesart: vorm Audio-Rechner :)) gibt. Meiner ist: sich Zeit nehmen beim Aussuchen der Sounds für Bass(-line) und Bassdrum, und das alles möglichst komplett in Ruhe lassen. Manchmal hilft:
a) bei ca. 100-150 Hz den "Kick" (engl. "chest" trifft's besser) leicht betonen, und eventuell den gleichen Bereich im Bass-Instrument dezent absenken.
b) die Ducking-Methode: der Impuls der Bassdrum drückt für einen Moment des Bass dynamisch weg.
c) Verzerrung = Definition, auch das wieder dezent.
Die "Energieverteilung" will ich mal so erklären: 1. manchmal bekommt man Mixe, die in sich "irgendwie" stimmig sind, aber man kann auf Anhieb nicht genau sagen, was einem gegen den Strich geht. Wenn man dann einen Blick auf den Frequenzanalyzer wirft und feststellt, dass die Kurve waagerecht verläuft, kann man schon sagen, dass die Balance zugunsten der Höhen verschoben ist – aber wo genau, das sieht man dann, Erfahrung vorausgesetzt, erst im Analyzer korrekt.
2. Auch beim Vinylmastering kommt einem das extrem zugute, weil ein Schneidekopf bestimmte Resonanzeigenschaften hat, auf die man achten muss. Wenn die Hihat genau da zischelt, wo nachher der De-Esser im Schnittstudio einsetzen wird, oder wenn in den Seitenkanal z.B. tieffrequente Anteile reingemischt sind, die unschneidbar sind, dann ist man um eine visuelle Stütze echt froh. Einfach für zusätzliche Sicherheit und Schnelligkeit. Fürs letzte Beispiel würde ich die Wichtigkeit der visuellen Messmethode übrigens noch unbedingt um den "Phasen-Analyzer" (Phasemeter) erweitern!
Erklärung dafür: wenn man sich vor Augen führt, dass im Bassbereich der numerische Abstand in Hertz sehr gering ist – 50Hz zu 100Hz ist ja wohl etwas komplett anderes als 5000Hz zu 5050Hz – dann ist es wirklich schwer zu sagen, wo man den Equalizer oder die Trennfrequenz vom Multiband-Kompressor setzen muss. Absolutes Gehör wäre hier vielleicht von Vorteil :)
beingmf
06-30-2011, 06:05 AM
Es liegt, wie ich mir schon beim Deinem OP dachte, wohl eher an Deiner Abhöre. Das Beispiel auf YT ist Astrein, da Verzerrt gornix. Oder mein HD202 wird untenrum langsam bissel matschig. Ich höres dann zuhause nochmal an auf den AKGs da sollte, wenn Zerre da ist, auch zu hören sein. Glaub ich aber nicht, wie gesagt. Ich lade auch zu YT hoch, auch mit extremen Pegeln (Konzert-Livemitschitte) und hab das noch nicht gehört.
Edith: obwohl.. in den folgenden Videos sind deutliche Artefarkte zu hören.:
http://www.youtube.com/watch?v=JsFnIpMp5_U&NR=1
http://www.youtube.com/watch?v=y0d3xN29tMM&feature=related
viele Grüße,
Rob
Stimmt, verzerren tut nix, aber im ersten Part ist echt einfach zuviel Subbass drin, der zweite klingt sehr gut, der dritte ist zu pappig. Aber 70 ist auch zuviel. Mach mal 62.
E.SoX
06-30-2011, 10:13 AM
Hi zusammen,
also mir haben Eure Tipps echt geholfen :)
Ich gehöre auch zu denen, die einen Analyser in der FX-Chain des Masters haben...aber auch, da ich zur Zeit fast ausschließlich mit Kopfhöhrern arbeite. Und die DJ-Krankheit habe *g* ... naja ich höre auf dem linken Ohr weniger als auf dem rechten.
Hier mal ein Song: Windooofs Media File und mit ordentlich Bass bei Youtube hochgeladen. Ich bin recht zufrieden, auch wenn er teilweise ein klein wenig dröhnt. Die Artefakte bei 360p im Bereich irgendwo oberhalb 16.000 Hz fallen mir jetzt viel eher auf.
http://www.youtube.com/watch?v=2AbDlANzhx4
Danke nochmals und happy beats ;)
E.SoX
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